Berufliche Gymnasium besucht GE-DENK-ZELLEN

Während der Zeit der Weimarer Republik wuchs die Zahl der jüdischen Bürger Lüdenscheids zunächst an, nahm aber als Folge der nationalsozialistischen Hasspropaganda bald wieder ab. 1933 lebten 114 Juden in Lüdenscheid. Von diesen überlebten ungefähr 60 durch die Flucht ins Ausland; das Schicksal einiger weniger ist unbekannt, mindestens 46 aber fielen der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zum Opfer.

Schüler vor der Informationstafel von MariaSergejewa aus TaganrogZur Erinnerung an diese Opfer des Nationalsozialismus in Lüdenscheid und zum Schutz der Menschenwürde haben Bürgerinnen und Bürger die Ge-Denk-Zellen geschaffen.

Auf Initiative von Fachlehrerin für Gesellschaftslehre mit Geschichte Frau A. Stockmann besuchten die Jahrgangsstufen 11. und 13. des beruflichen Gymnasiums mit dem Schwerpunkt Informatik und ihrem Klassenlehrer M. Kretschmer vom BKT am 2. Februar 2018 die Ge-Denk-Zellen im Alten Rathaus zu Lüdenscheid.

In diesen drei Gedenkzellen informierten sich die Schüler über die unschuldigen jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Lüdenscheid und an die Not jüdischer Kinder und an das Schicksal zweier Familien. Aber auch die Auseinandersetzung mit den politisch Verfolgten unter dem NS- Regime und die Opfer von Zwangsarbeit und Euthanasie stand im Fokus der Schülerinnen und Schüler und wurde durch Herrn Wagner und Herrn Blei vom Förderkreis der Gedenkstätte ausdrucksstark den angehenden Abiturienten verdeutlicht. Besonders ergreifend war dabei die Lebensgeschichte von Maria Sergejewa. Maria Sergejewa aus Taganrog war eine von ungefähr 7.000 Zwangsarbeiterin und Zwangsarbeitern in Lüdenscheid während des Krieges und ihre Berichte von Demütigungen und Entrechtung schafften eine besonders tiefgreifende Atomsphäre. Da das Berufskolleg für Technik schon über mehrere Jahre eine enge Schulpartnerschaft zu einem Berufskolleg in Taganrog aufgebaut hat und einige Schüler des beruflichen Gymnasiums auch bereits Taganrog besucht haben, ist dadurch nicht nur nicht nur ein Verständnis zu den lokalen Gegebenheiten in der NS Zeit für die Schüler entstanden.