Demokratie in Düsseldorf erleben, erfahren und weitergeben

Mit Ödön von Horvaths »Jugend ohne Gott« fragten sich die Schüler aus der Mittelstufe des beruflichen Gymnasiums, was es kostet, sich einer verrohten Gesellschaft entgegenzustellen.

Ein Lehrstück über Mut und Anstand und die richtige Haltung in einer falschen Zeit.

 

Mit einem starken politischen Stoff setzten sich die Schüler im Religionsunterricht auseinander, besuchten am 4.12.2018 das Junge Schauspielhaus in Düsseldorf und gleich zu Beginn wird ihnen klar, dass »Jugend ohne Gott« kein abgelagertes Stück aus brauner Vorzeit ist, sondern mit seinen Fragen nach Zivilcourage und dem Widerstandsgeist von Demokraten die Zeit wieder trifft.Zeitreise Wiederaufbau Ruhrgebiet 400x300

Sehr interessant, spannend, auch ein interessanter Stoff für Erwachsene. Auch die Schauspieler machen das sehr dicht, sehr kompakt, schaffen mit diesen schnellen Rollenwechseln kleine Gesten, manchmal bringen sie ein bisschen Kabarett mit rein. Es gibt auch manchmal einen leichten Anklang an heutige Jugendsprache, aber immer sehr differenziert, sehr leise bringen sie dann diese widersprüchlichen Figuren, diese scharfsinnigen Sätze von Horváth gut rüber, die dabei immer noch sehr aktuell und treffend sind. Die Besonderheit allerdings schafft eine bewegliche Bühnenfläche, die dem Ensemble ein Spiel zwischen Balance und Kippmomenten ermöglicht.

Aktuelle demokratische Bezüge wurden im Anschluss im Düsseldorfer Landtag erörtert. Im Gesellschaftslehre-/ Geschichtsunterricht wurden Fragen entwickelt, die auf Einladung von Gordan Dudas am Nachmittag diskutiert wurden. Zuvor besuchten die Schüler das „Haus der Parlamentsgeschichte“. Bestandteil des historischen Museums sind dabei die vier Orte, an denen das Landesparlament seit 1946 getagt hat. Das Düsseldorfer Opernhaus, in dem am 2. Oktober 1946 die erste Sitzung stattfand, die Henkel-Werke in Düsseldorf-Holthausen, in denen die Abgeordneten von November 1946 bis Februar 1949 tagten, das Ständehaus am Schwanenspiegel, der erste ständige Sitz von März 1949 bis Oktober 1988 und der neue Landtag am Rhein, der am 2. Oktober 1988 eröffnet wurde. Die Ausstellung gibt dabei Einblicke in die Arbeit der Abgeordneten. Diese Arbeit stellte Gordan Dudas, der durch das Direktmandat im Landtagswahlkreis Märkischer Kreis in den Düsseldorfer Landtag einzog, den BKT Schülern vor und schaffte durch seine sympathische offene Art sofort einen Zugang zu den angehenden Abiturienten. Dabei wurden Zukunftsfragen ebenso thematisiert wie Mobilitätsfragen im heimisch ländlichen Bereich. Dudas forderte die Schüler zum demokratischen Denken und Handeln auf, als mündige Bürger frei seine Meinung zu äußern.

Text: GOST 71

Bilder: K. Cioch